Was bitte ist Fortnite?

Was ist Fortnite

Wir Eltern, Pädagogen*innen und Lehrer*innen sind ja nicht die Schnellsten, wenn es um die beliebtesten und neusten Computerspiele unserer Kinder geht. Meistens sind sie uns  um Lichtjahre voraus. Dank der AG Medien Münster sind wir von der Beratungsstelle seit ein paar Jahren gut vernetzt und aus Lichtjahren sind nur noch ein paar Monate geworden 😉

Fortnite geht durch die Decke

Der neuste Megahit, der seit Mitte 2017 die Herzen der Kinder und Jugendliche erobert, heißt „Fortnite“. Konnte man Fortnite bislang nur für die Konsole und den PC herunterladen, so ist seit diesem Wochenende auch Fortnite Mobile im Appstore erhältlich. Innerhalb weniger Stunden nach Veröffentlichung ist die App direkt auf Platz 1 der kostenlosen Apps gestiegen.

Fortnite ist ein sogenanntes Battle-Royal-Game. Bei diesem Spielprinzip handelt es sich immer um gewalttätige Szenarien, allerdings ist Fortnite eine entschärfte Version im Comic-Stil, ohne detailreiche Gewaltdarstellung. Der Spieleratgeber NRW empfiehlt daher das Spiel ab 14 Jahren zu erlauben. Nähere Infos unter Spieleratgeber-nrw.de.

Ziel des Spiels: Last Man Standing bzw. Last Woman Standing 

100 Spieler*innen sammeln sich in einer Lobby, fliegen anschließen mit einer Art Flugzeug über eine Insel und springen, nur mit einem Fallschirm am Körper, nach und nach ab. Den Absprungort auf der Map wählen die Spieler*innen selber. Auf der Insel angekommen heißt es so schnell wie möglich Waffen, Munition, Material, usw. einzusammeln und sich dann den Kampf gegen die 99 Mitspieler*innen zu stellen.  Verstecken hilft auf Dauer nichts. Man muss aktiv Mitspieler*innen ausschalten. Wer als Letzter bzw. als Letzte überlebt, hat gewonnen. Das Spiel erinnert sehr an „Die Tribute von Panem“.

Spielen kann man Fortnite entweder alleine oder im Team zu zweit, dritt oder viert. Das Spiel ist kostenlos erhältlich, man kann über In-App-Käufe Skins (Bekleidung, oder bestimmte Bewegungen wie Tanzen, etc.) kaufen. Einen Vorteil für den Spielverlauf haben die In-App-Käufe nicht. Vielmehr haben alle Spieler in jedem neuen Spiel die gleichen Startbedingungen. Das Spiel startet immer ohne Ausrüstung oder Waffen. Auch die Fallschirmgleiter sind alle gleich, auch wenn sie unterschiedlich aussehen.

 

Interview 

Wir wollten mehr über die Begeisterung für Fortnite wissen. Julius K., 15 Jahre alt, hat uns ein paar Fragen zum Spiel Fortnite beantwortet. Vielen Dank dafür! 

Caritas: Was macht für dich die Faszination an Fortnite aus?

Zum einen der Nervenkitzel, ist ja schon ein Shooter, also ein Third-Person-Shooter (Anmerkung: man schaut im Spiel auf seinen eigenen Charakter). Jede Runde ist anders, nie gleich, egal wie lange man schon gespielt hat. Da kommt keine Langeweile auf.

Je länger man spielt, desto besser wird man. Man bekommt Routine, weiß wo man abspringen muss, weiß wo der Loot (Anmerkung: Die Beute) ist. Dadurch bekommt man bessere Waffen und kann mehr Mitspieler ausschalten und lebt selbst von Spiel zu Spiel länger.

Super verlockend ist, dass man das Spiel kostenlos spielen kann, jeder kann es spielen, wer eine Playstation oder PC hat (Anmerkung: seit diesem Wochenende gibt es auch eine mobile Version)

Jeder will gewinnen, ist ja logisch. Ich finde es aber schon super, wenn ich unter den letzten bin.

Was mir total gut gefällt: es gibt die Konsolen-Lobby und die PC-Lobby UND eine gemischte Lobby. Das kenne ich aus keinem anderen Spiel. Wenn ich einen Kumpel mit einem PC in mein Team einlade, starten wir zusammen in meiner Lobby.

Caritas: Wie waren deine ersten Runden?

Die ersten Spiele habe ich mich oft versteckt, bin an falschen Stellen abgesprungen oder habe einfach keine guten Items gefunden. Daher wurde ich immer schnell getötet. Inzwischen traue ich mir mehr zu, lande auch mal in einer der Städte, weiß wo ich viel Loot finde und überlebe deutlich länger.

Caritas: Wie bist du auf das Spiel aufmerksam geworden?

Ich bin ja erst ziemlich spät mit Fortnite angefangen. So vor einem Monat oder so. Ein Kumpel hatte mir davon erzählt. „Lad dir das mal runter, ist kostenlos und ganz geil.“ Letztes Jahr hatte ich auf Youtube im Trend schon von dem Spiel gehört. Habe mich aber zuerst nicht für Fortnite interessiert.

Aktuell zocke ich mit meinen Kumpels. In den ersten Wochen jeden Tag, meistens abends, so um die zwei Stunden. Jetzt spiele ich nicht mehr jeden Tag, dafür länger. Ein einzelnes Spiel dauert bis zu einer halben Stunde, je nachdem, wann man getroffen wird.

Caritas: Wie viele deiner Freunde spielen Fortnite?

Inzwischen sehr viele. So um die 80 Prozent.

Caritas: Spielst du alleine oder im Team?

Meistens mit Kumpels im Team. Mir macht das Spiel im Team mehr Spaß. Im Team ist es spannender, weil man viel absprechen muss, die Loot teilen, man springt zusammen ab und tauscht seine Sachen aus, damit jeder das hat, was er am besten kann. Und es gibt noch einen Vorteil als Team: deine Mitspieler können dich wiederbeleben, wenn du kurz vorm sterben bist.

Caritas: Hast du schon mal gewonnen?

Ja, einmal mit einem Kumpel zusammen und einmal alleine. Aber die Siege bringen nichts, außer für die eigene Statistik. Gibt keinen Bonus oder so.

Caritas: Was für ein Gefühl war es, als du gewonnen hattest?

Also, als immer weniger Mitspieler da waren, wurde ich ziemlich nervös. Ich wollte einfach nicht zum Schluss noch verlieren. Als ich es geschafft hatte, das war schon super.

Caritas: Der Spielratgeber-NRW empfiehlt das Spiel erst mit 14 Jahre zu spielen. Wie siehst du das?

Fortnite ist schon ein gewalttätiges Spiel, nicht so wie Minecraft oder so. Aber 14 Jahre passt schon, wenn ich es mit anderen Spiele ab 16 oder 18 Jahre vergleiche.

Caritas: Hast du Tipps für Neueinsteiger?

  1. Let´s Play Videos anschauen z.B. „Tipps für Anfänger bei Fortnite“
  2. Zu Beginn mit einem Kumpel im Team spielen, der das Spiel schon öfter gespielt hat, dadurch lernt man total viel.
  3. Mit vielen Gamern abspringen (z.B. in der Stadt Tilted Towners), schnell eine Waffe suchen und dann so viele wie möglich von den Mitspielern liquidieren.
  4. Irgendwo abspringen, wo kein anderer abspringt, langsam gute Waffen etc. sammeln und erst, wenn es nur noch wenige Mitspieler gibt, angreifen.

Caritas: Julius, vielen Dank für das Interview!

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